Divertikulitis

Eine häufige Erkrankung der Darmwand ist die Entzündung sogenannter Divertikel (Ausstülpungen) des Dickdarmes, v.a. seines vorletzten Abschnitts, des Sigmadarmes. Eine einmalige Entzündung kann in der Regel mit Antibiotikainfusionen und ohne Operation zur Ausheilung gebracht werden. Mehrmalige Entzündungen sollten jedoch operativ behandelt werden, da die Komplikationen der Entzündung (Darmabszesse, Darmverengung und schwere Bauchfellentzündungen) gefürchtet sind und dann in einigen Situationen immer noch der künstliche Darmausgang bei einer Notfalloperation unumgänglich sein kann. In der heutigen Zeit werden diese -geplanten- Operationen zunehmend laparoskopisch (Schlüssellochchirurgie) durchgeführt. Wir führen fast alle Sigmaresektionen laparoskopisch durch und haben dadurch deutliche Vorteile für die Patienten entwickelt. Mit dem Kostaufbau und der Mobilisation (Aufstehen und Laufen) direkt nach der Operation sind der Verzicht auf einen großen Bauchschnitt, dadurch weniger Schmerzen und ein besseres kosmetisches Ergebnis, die entscheidenden Vorteile. In der Regel kann der stationäre Aufenthalt (ca. sieben Tage) und die Zeit bis zur kompletten Gesundung deutlich verkürzt werden.

Operativer Eingriff

Wenn zur Ausheilung einer komplizierten, insbesondere Sigmadivertikulitis eine Operation unausweichlich ist, sollte diese möglichst in einer beschwerdearmen Phase der Erkrankung erfolgen. Dann kann nämlich im sehr großen Anteil der Fälle der erkrankte Sigmadarm schlüssellochchirurgisch aus dem Dickdarmrahmen entfernt werden. Anschließend werden die Aufhängungen des oberen Dockdarms sorgfältig gelöst, bis der obere Dickdarm völlig spannungsfrei und mit gut erhaltener Durchblutung am Mastdarm angenäht werden kann. Neben einer hohen operativen Erfahrung im Umgang mit dem Dickdarm und seiner Durchblutung erfordert diese Operation auch ein hohes technisches Verständnis und den Einsatz moderner z. B. Blutgefäßversiegelungs- und Klammernahttechnik. Erfreulicherweise können dann die meisten der auf diese Weise operierten Patienten nach fünf bis sechs Tagen das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Die peri- und postoperativen Schmerzen können durch eine moderne Therapie (Periduralanalgesie!) sehr gering gehalten werden, Nahrungsaufnahme und vollständige Bewegung sind bereits ab dem ersten postoperativen Tag wieder möglich. In einer akuten oder Notfallsituation mit so genanntem Durchbruch einer Divertikulitis muss in den meisten Fällen immer noch ein Bauchschnitt angelegt werden. Ziel ist dabei, genauso wie bei der Schlüsselloch-Operation, die Entfernung des erkrankten Sigmadarmes und auch die Wiederherstellung der Dickdarmkontinuität. In einigen schweren Fällen muss dennoch vorübergehend ein künstlicher After (Stoma) angelegt werden, bis die entzündlichen Veränderungen im Bauchraum abgeklungen und die neue Nahtverbindung am Dickdarm ausgeheilt sind. In dieser Situation ist der Krankenhausaufenthalt meistens langwieriger, es besteht zweifelsfrei immer noch ein höheres Risiko von Wundheilungsstörungen und später auch der Entstehung von Narbenbrüchen. Angesichts dieser Verläufe besteht nach wie vor ein hoher Bedarf an möglichst minimalinvasiven Wahloperationen der Divertikulitis im so genannten symptomfreien oder symptomarmen Intervall.